Seit 1931 in Winnenden
Seit 1931 gehört der Bäcker Maurer zu Winnenden. Was als kleine Bäckerei mit Kolonialwarenladen begann, ist heute ein Familienunternehmen mit 45 Bäckerei-Fachgeschäften und Cafés. Dazwischen liegen drei Generationen, mutige Entscheidungen, besondere Brote, Wachstum, und auch Zeiten, in denen es alles andere als einfach war. Diese Chronik erzählt unsere Geschichte.

1900Gottlob Maurer wird geboren
Am 1. Januar kommt Gottlob Maurer in Holzgerlingen als Sohn eines Bäckermeisters zur Welt. Das Bäckerhandwerk hat in seiner Familie bereits eine lange Tradition.
Viele Jahre später wird er in Winnenden seine eigene Bäckerei gründen.

1900Weltausstellung Paris
Über 48 Millionen Besucher bewundern die Weltausstellung in der Stadt der Liebe.

1905E = mc²
Einstein veröffentlicht die Relativitätstheorie. Kann man gerne immer dran denken, wenn man ein süßes Stückle vom Bäcker Maurer in Händen hält.

1917Gottlob wird Bäcker
Mit 17 Jahren schließt Gottlob Maurer seine Bäckerlehre ab.
Nach dem Kriegsdienst findet er zunächst keine Anstellung als Bäckergeselle und hält sich als Tagelöhner und beim Straßenbau über Wasser.
Von der eigenen Bäckerei ist er damals noch weit entfernt.
1923Der Preis für Brot explodiert
Am 21. November 1923 kostet ein Pfund Brot sage und schreibe 262 Milliarden Reichsmark. Von allen Weltereignissen der Chronik trifft keines eine Bäckerei so unmittelbar.
1931Vier Tage verheiratet. Dann eine eigene Bäckerei.
Am 27. Juni heiraten Gottlob und Anna Maurer.
Vier Tage später, am 1. Juli 1931, eröffnen sie in der Schorndorfer Straße 29 in Winnenden ihre eigene Bäckerei mit Kolonialwarenladen.
Zwei junge Menschen wagen in wirtschaftlich schwieriger Zeit den Schritt in die Selbstständigkeit.
Hier beginnt die Geschichte des Bäcker Maurer.

1932–1943Die Familie wächst
Gottlob und Anna bekommen vier Kinder: Marianne, Hedwig, Werner und Brigitte.
Werner ist der einzige Sohn. Viele Jahre später wird er die Bäckerei seines Vaters übernehmen.

1943Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
Die Erstausgabe von „Der Kleine Prinz“ erscheint.

1945Neu anfangen
Die Familie Maurer und ihre Bäckerei überstehen die letzten Kriegstage in Winnenden unversehrt.
Kurz danach wird Gottlob Maurer in den Arbeitsausschuss der Stadt berufen und wirkt am Wiederaufbau der Verwaltung mit.
Schon damals endet Verantwortung für ihn nicht an der Backstubentür.

1951Werner wird Bäcker
Eigentlich möchte Werner Maurer Elektriker werden.
Ein eindringliches Gespräch mit seinem Lehrer Karl Mast bringt ihn zum Umdenken. Mit gerade einmal 14 Jahren beginnt Werner seine Bäckerlehre im elterlichen Betrieb.
Eine Entscheidung, die die Zukunft des Bäcker Maurer prägen wird.
1954Wunder von Bern
Deutschland wird zum ersten Mal Fußballweltmeister.

1959Einer kommt, und bleibt
Der 17-jährige Bäckergeselle Werner Brandstätter kommt in die Backstube von Gottlob Maurer.
Er wird dessen rechte Hand und bleibt lange Zeit der einzige Mitarbeiter der Bäckerei.
Aus einem Mitarbeiter wird ein langjähriger Wegbegleiter.
1965Die zweite Generation übernimmt
34 Jahre nach der Gründung übergibt Gottlob Maurer die Geschäftsleitung an seinen Sohn Werner und dessen Frau Anne.
Werner ist 28, Anne 23 Jahre alt. Gottlob und Anna bleiben den beiden noch lange als Ratgeber verbunden. Schwester Marianne leitet das Stammgeschäft.
Der erste Generationswechsel ist geschafft.
1966–1967Die dritte Generation wird geboren
1966 kommt Tochter Ulrike zur Welt, 1967 Sohn Tobias.
Beide werden später das Handwerk lernen: Ulrike als Konditorin, Tobias als Bäcker.
Die nächste Maurer-Generation wächst heran.

1969Mondlandung
Die Apollo 11 landet auf dem Mond. Im selben Sommer findet Woodstock statt.

1973Das World Trade Center wird eröffnet
New York bekommt ein weiteres Wahrzeichen. Im selben Jahr sorgt die Erhöhung der Rohölpreise für die Ölpreiskrise, die in den Industrieländern schwere Rezessionen auslöst.

1976Eine neue Backstube für die Zukunft
In der Linsenhalde 11 entsteht eine neue Firmenzentrale mit moderner Backstube und Konditorei.
Für den Bäcker Maurer ist es ein großer Schritt.
Kurz nach der Einweihung stirbt Firmengründer Gottlob Maurer am 13. Januar 1977 im Alter von 77 Jahren.
Was er 1931 begonnen hat, führt die nächste Generation weiter.

1982Der „King of Pop“
„Thriller“ von Michael Jackson erscheint und wird mit 65 Millionen verkauften Exemplaren zum meistverkauften Album der Welt.

1983Frisch gebacken direkt im Fachgeschäft
Werner Maurer stattet seine Fachgeschäfte früh mit eigenen Backöfen aus.
Teiglinge, die in der Linsenhalde hergestellt werden, können nun direkt vor Ort frisch gebacken werden. Gleichzeitig entstehen die ersten Stehcafés, die Vorläufer der heutigen Bäckerei-Cafés.
Ofenfrische wird zu einem wichtigen Teil des Maurer-Prinzips.
1983Der Älbler wird geboren
Werner Maurer entwickelt ein Dinkel-Steinofenbrot: den Älbler.
Zu einer Zeit, in der Dinkel noch weit entfernt von seinem heutigen Boom ist.
Der Älbler wird zum Maurer-Klassiker und ist bis heute das meistverkaufte Brot des Unternehmens.
Manche Ideen überstehen jeden Trend.

1984Ulrike lernt Konditorin
Ulrike Maurer absolviert ihre Konditorlehre im Familienbetrieb und wird später Konditormeisterin.
Auch die dritte Generation findet ihren Weg ins Handwerk.
1985Tobias geht bewusst in die Fremde
Mit 18 Jahren beginnt Tobias Maurer seine Bäckerlehre bewusst nicht im Familienbetrieb, sondern in einer Stuttgarter Bäckerei, die damals für ihre besonders gute Ausbildung bekannt ist.
Nach der Gesellenprüfung folgen weitere Stationen außerhalb Winnendens.
Er soll das Handwerk von Grund auf lernen und eigene Erfahrungen sammeln.
1989Fall der Berliner Mauer
Deutschland feiert das Ende der jahrzehntelangen Teilung.

1990Der Bäcker Maurer kommt nach Waiblingen
Mit dem Fachgeschäft in der Bahnhofstraße eröffnet der Bäcker Maurer erstmals einen Standort in Waiblingen.
Im selben Jahr kehrt Tobias nach seinen Jahren in der Fremde nach Winnenden zurück.
Das Unternehmen wächst, und die nächste Generation kommt nach Hause.
1992Tobias wird Bäckermeister
Tobias Maurer legt an der damaligen Bundesfachschule in Weinheim die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk als Lehrgangsbester ab.
Anschließend übernimmt er die Leitung der Backstube.
Mit 25 beginnt er, dem Bäcker Maurer seine eigene Handschrift zu geben.

1993Regional, bevor regional zum Trend wurde
Auf Betreiben von Tobias Maurer stellt die Bäckerei Teile ihrer Mehlversorgung auf garantiert ungespritztes Getreide der Erzeugergemeinschaft Hohenloher Höfe um.
Damit beginnt ein Weg, der den Bäcker Maurer bis heute prägt: möglichst regionale Lieferanten und Partner, nachvollziehbare Herkunft, kurze Wege und langfristige Zusammenarbeit.
Regionalität wird zu einem festen Bestandteil der Maurer-Philosophie.
1994Tobias wird Geschäftsführer
Werner und Anne Maurer berufen ihren Sohn Tobias zum Gesellschafter und Geschäftsführer.
Die Verantwortung wächst. Drei Jahre später wird er das Unternehmen vollständig übernehmen.
1994Das KNACKI kommt frisch aus dem Ladenbackofen
Mit dem KNACKI entsteht in der Region das erste Brötchen, das direkt im Fachgeschäft fertig gebacken wird: ein aromatisches Weckle, ofenfrisch bis Ladenschluss.
Die bereits vorhandenen Ladenbacköfen machen es möglich.
Der Duft von frisch Gebackenem gehört von nun an noch stärker zu Maurer.
1996Das erste geklonte Säugetier kommt zur Welt
Neben der Sensation „Dolly“ schießt Oliver Bierhoff mit dem ersten „Golden Goal“ Deutschland zum Fußball-Europameister.

1997Die dritte Generation übernimmt
An seinem 60. Geburtstag zieht sich Werner Maurer aus der Unternehmensleitung zurück.
Tobias ist 30 Jahre alt, als er die volle operative und finanzielle Verantwortung übernimmt.
Aus dem Bäckermeister wird der Unternehmer in dritter Generation.
2001Aus Regionalität wird ein eigenes Konzept
Gemeinsam mit Landwirt Günter Häfner startet Tobias Maurer in Waiblingen-Neustadt Maurers Landkorn.
Getreide aus der Region, klare Vorgaben für den Anbau und kurze Wege vom Acker über die Mühle bis in die Backstube bestimmen das Konzept.
Aus einer Überzeugung wird ein eigenes System.
Später entsteht daraus das Maurerkorn®.

2001Der iPod kommt auf den Markt
Im Oktober kommt der iPod auf den Markt, im Januar desselben Jahres ist Wikipedia gegründet worden.

2006Der Marktkieker
Im 75. Jahr des Unternehmens erhält der Bäcker Maurer den Marktkieker, eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Bäckerbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Gewürdigt werden unter anderem Produktqualität, Marketing und das Landkorn-Konzept.
Eine Bestätigung dafür, dass Tradition und Weiterentwicklung zusammengehören.

2008Der Brand: Plötzlich steht alles infrage
Ein schwerer Brand trifft den Bäcker Maurer.
Was über Generationen aufgebaut wurde, könnte innerhalb kurzer Zeit zu Ende sein.
Doch das gesamte Team hält den Betrieb am Laufen, während gleichzeitig saniert und wieder aufgebaut wird. Was zunächst nach einigen Monaten aussieht, wird zu einer fast dreijährigen Kraftanstrengung.
Am Ende steht nicht einfach die alte Bäckerei wieder da. Aus der Krise geht ein weiterentwickelter Bäcker Maurer hervor.
Eine Erfahrung bleibt bis heute:
Wenn es wirklich darauf ankommt, sind es Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass es weitergeht.
2013Die Backstube wächst weiter
Die umfangreiche Erweiterung der Backstube in der Linsenhalde wird fertiggestellt.
Damit entsteht die Grundlage für weiteres Wachstum und für eine moderne Produktion, in der handwerkliches Wissen und zeitgemäße Technik zusammengehören.
Das Handwerk bleibt, die Möglichkeiten werden größer.
2014Fußball-WM
Deutschland schlägt Argentinien in Brasilien mit 1:0 nach Verlängerung und wird zum vierten Mal Weltmeister.

2016Verantwortung für die Menschen in der Region
Caritas und Diakonie zeichnen Tobias Maurer und den Bäcker Maurer mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg aus.
Dahinter steht ein Engagement, das beim Bäcker Maurer seit vielen Jahren selbstverständlich ist.
Das Unternehmen unterstützt gemeinnützige Vereine, Schulen und Kirchen, die Tafelläden in der Region sowie zahlreiche soziale Projekte und Initiativen. Seit 2015 engagiert sich Maurer zudem bei der Beschäftigung und Integration von Geflüchteten.
Dabei geht es nicht um eine einzelne große Aktion, sondern um viele Verbindungen, die über Jahre gewachsen sind.
Denn wer in einer Region zuhause und erfolgreich ist, sollte dieser Region auch etwas zurückgeben.

2017Abschied von Werner Maurer
Am 22. Februar stirbt Werner Maurer im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit.
Drei Jahrzehnte lang hat er das Unternehmen geführt und entscheidend weiterentwickelt.
Mit dem Älbler hinterlässt er ein Brot, das bis heute untrennbar mit dem Bäcker Maurer verbunden ist.
Seine Handschrift bleibt.

2019Familienfreundlicher Arbeitgeber
Der Bäcker Maurer wird als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet.
Für Tobias Maurer ist die Anerkennung nicht nur Auszeichnung, sondern auch Ansporn, sich als Arbeitgeber weiterzuentwickeln.

2020Corona-Pandemie trifft den Betrieb
Der neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht eine Pandemie mit weitreichenden Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Sport.
2021Aus Landkorn wird Maurerkorn®
Aus dem regionalen Landkorn-Konzept entsteht die eingetragene Marke Maurerkorn®.
Von nun an werden sämtliche Brote und das gesamte Weihnachtsgebäck mit Maurerkornmehl gebacken.
Aus einer Idee von 1993 wird ein sichtbarer und schmeckbarer Teil der Marke Bäcker Maurer.
2021Tobias Maurer wird Brotsommelier
Nach mehr als 30 Jahren im Bäckerhandwerk setzt sich Tobias Maurer noch einmal auf die Schulbank.
An der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim absolviert er die Weiterbildung zum geprüften Brotsommelier.
Denn auch nach Jahrzehnten gilt: Mit Brot ist man nie fertig.
2021Die Ever Given blockiert den Suezkanal
Ende März läuft die Ever Given auf dem Weg nach Rotterdam im Suezkanal auf Grund und blockiert damit sechs Tage lang eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.

2025Claudia Maurer kommt in die Geschäftsleitung
Claudia Maurer bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung aus Einzelhandel und Unternehmensführung mit.
In der Geschäftsleitung arbeitet sie vor allem in Marketing, Verkauf und Weiterentwicklung und ist eine wichtige Verbindung zu den Mitarbeitern in den Bäckerei-Cafés.
Das Familienunternehmen entwickelt sich weiter.

20261. Platz beim Nachhaltigkeitspreis Rems-Murr
Mehr als 30 Jahre nach den ersten Schritten mit garantiert ungespritztem Getreide wird das Maurerkorn® mit dem 1. Platz beim Nachhaltigkeitspreis Rems-Murr ausgezeichnet.
Gewürdigt wird damit ein Weg, der bereits 1993 aus Überzeugung begonnen hat.
Regionalität und umweltschonender Getreideanbau sind beim Bäcker Maurer kein Trend, sondern seit Jahrzehnten Teil der eigenen Geschichte.

HeuteWas geblieben ist
Aus einer kleinen Winnender Bäckerei sind 45 Bäckerei-Fachgeschäfte und Cafés geworden. Die Backstube ist größer, die Technik moderner und vieles professioneller geworden.
Geblieben ist, worauf es ankommt: gutes Brot, verlässliche Partnerschaften, Verantwortung für die Menschen und eine tiefe Verbundenheit mit der Region.
Der Bäcker Maurer ist gewachsen, ohne seine Herkunft vergessen zu wollen.
Denn Tradition bedeutet für uns nicht, alles so zu machen wie früher. Sondern zu bewahren, was richtig ist, und weiterzuentwickeln, was besser werden kann.
















