Niko „Bonsai“ Kappel, wie er sich selbst gerne nennt, ist überzeugt:
„Wahre Größe wird nicht in Zentimetern gemessen!“

Wahre
Größe.

Niko Kappel ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.

Der amtierende Paralympics-Goldmedaillengewinner von Rio und frisch gebackene Vizeweltmeister im Kugelstoßen bleibt einem nicht nur wegen seiner geringen Körpergröße von 1,40 m in Erinnerung.

Auch sein überaus sympathisches Auftreten in der Öffentlichkeit, beispielsweise bei Sport im Dritten im SWR-Fernsehen, machen den 24-jährigen Welzheimer zu einem echten Botschafter des Para-Sports.

Wir sind stolz, Niko seit zwei Jahren als Sponsor auf seinem Weg begleiten zu dürfen. Rund zwei Wochen nach seinem Silber- medaillen-Coup bei der Para Leichtathletik-WM in Dubai haben wir uns mit ihm auf ein kurzes Schwätzchen getroffen.

Treffpunkt: Das BackForm, unser neues Fitness-Studio für Maurer- Mitarbeiter, in dem auch Niko hin und wieder anzutreffen ist.

Tobias Maurer: Hallo Niko, lang nicht mehr gesehen. Wie geht’s dir?

Niko Kappel: Danke. Mir geht’s super. Ach, bevor ich es vergesse: Was ist ein kleinwüchsiger Türsteher?

Tobias Maurer: Überlegt. Mmmhh. Weiß nicht.

Niko Kappel: Ein Sicherheitshalber (lacht).

Tobias Maurer: (Lacht) Niko, vor ein paar Tagen warst du noch in Dubai. Zuerst mal Glückwunsch zu deiner Silbermedaille. Zufrieden?

Niko Kappel: Ja, zufrieden. Weitenmäßig
wäre noch mehr drin gewesen. Aber Platz zwei im besten Wettkampf, den es bei uns in der
Startklasse jemals gab, da kann man schon stolz sein. Und ich muss fairerweise sagen, dass alle ein bisschen weiter hätten stoßen können. Zuversichtlich stimmt mich, dass ich über die letzten Wettkämpfe hinweg der Konstanteste von allen Athleten war.

Tobias Maurer: Wie war’s in Dubai. Wir haben ja schon ein bisschen gehört und gelesen, dass nicht alle Athleten zufrieden waren.

Niko Kappel: Zuerst waren natürlich die hohen Temperaturen ein Problem, aber damit hatten alle zu kämpfen. Und im Gegensatz zu den etablierten Austragungsorten fehlte mancherorts die Erfahrung. Ein frisch gestrichener Kugel- stoßring ist halt etwas zu rutschig für uns, das wäre einem erfahrenen Ausrichter nicht passiert. Aber das Engagement und die Freude, so einen Wettkampf austragen zu dürfen, hat man allen ansehen können.

Tobias Maurer: Und wie geht es jetzt weiter? Was ist dein nächstes sportliches Ziel?

Niko Kappel: Nächstes Highlight sind die Paralympics in Tokio 2020. Da bin ich Titel- verteidiger. Da will ich natürlich wieder ganz oben aufs Treppchen.

Tobias Maurer: Dafür schon mal toi, toi, toi. Und vor allem eine verletzungsfreie Vorbereitung. Welche Ziele möchtest du noch erreichen?

Niko Kappel:

Ich möchte mir den Welt­rekord zurückholen!

Tobias Maurer: Was musst du dafür tun? Sprich: Wie weit musst du dafür stoßen?

Niko Kappel: Den Weltrekord hält Kyron Duke mit 14,19 m. Mit 14,11 m liegt mein persönlicher Rekord nur knapp dahinter. Nachdem ich meine Stoßtechnik seit 2014 Stück für Stück umgestellt habe und nun an der Perfektionierung der 5/4-Drehtechnik arbeite, bin ich guter Dinge, dass da noch Luft nach oben ist.

Tobias Maurer: Wie weit, glaubst du, kann es irgendwann gehen?

Niko Kappel: Ich bin jetzt 24. Man sagt, das beste Alter für einen Kugelstoßer liegt bei 28 Jahren. Also habe ich noch ein paar Jährchen vor mir. In der Vorbereitung zur WM habe ich in Welzheim 14,46 m gestoßen, leider war das kein offizieller Wettkampf. Aber ich halte so eine Weite für machbar, wenn alles passt.

Tobias Maurer: Na ja, wir werden die Paralympics vermutlich nicht nach Welzheim holen können, aber wir drücken dir die Daumen, dass du deine Leistung auch überall sonst auf der Welt abrufen wirst. Niko, danke für deinen Besuch.

Niko Kappel: Immer wieder gerne.

Mehr über Niko finden Sie unter niko-kappel.de

Ofen und ehrlich.