In der Porsche-Arena gibt es diesen ganz besonderen Klang, der jedes Jahr wiederkehrt: das rhythmische Klatschen, das leise Kratzen des Magnesias, das gespannte Murmeln kurz vor einer Übung. Keine große Inszenierung, kein Pathos, sondern echte Konzentration und Vorfreude.
Wenn internationale Top-Athleten in
die Turnhalle treten, spürt man sofort, warum Stuttgart seit über 40 Jahren ein fester Ort im internationalen Turn-kalender ist. Der DTB Pokal Stuttgart ist eine Bühne, auf der Weltklasse ihren Raum bekommt. Und auf der die Region zeigt, wie herzlich und gleichzeitig pro-fessionell sie Sport leben kann.
Ein Turnier mit Geschichte und Zukunft
Als der DTB Pokal 1983 erstmals vom Schwäbischen Turnerbund in der Schleyer-Halle ausgetragen wurde, war er ein Experiment: ein internationaler Vergleich der Besten, mitten in Stuttgart. Schon früh wurde er zum Treffpunkt der Weltelite „ein Ort, an dem Turngeschichte geschrieben wird“, wie Projektleiter Alexander Fleige sagt.
Fast vier Jahrzehnte war der DTB Pokal Teil der FIG-Weltcup-Serie. Doch die strenge Reglementierung wurde zum Korsett. Michael Blaschzok erinnert sich: „Es waren nur vorgegebene Disziplinen nach fixen Regelungen zugelassen. Das entsprach irgendwann nicht mehr unserem Anspruch, den Sport auch breit sichtbar zu machen.“ Also fasste das Team 2022 einen mutigen Entschluss: Aus dem Weltcup raus und in ein neues, eigenes Format hinein. Eine Entscheidung, die laut Fleige „erst Mut gekostet hat, aber uns genau die Freiheit gegeben hat, die dieses Turnier verdient.“
Ein Ergebnis dieser Freiheit ist der weltweit ein-malige Mixed Cup Stuttgart, bei dem Turnerinnen und Turner einer Nation in einem gemischten Sechser-Team gemeinsam antreten. Fleige: „Das Format zeigt, was Turnen heute sein kann: gemeinsam, emotional, fair und modern“.
Die Bühne der Giganten
Wenn in Stuttgart die Lichter angehen, ist sofort klar: Hier turnen die Größten. 57 Teams aus 23 Nationen, Weltmeisterinnen wie Qiyuan Qiu, Olympiasieger wie Wataru Tanigawa, deutsche Aushängeschilder wie Andreas Toba und Emma Malewski.
Für das Organisationsteam bleibt jeder dieser Momente besonders. „Wir haben Athleten hier, deren Namen in Lehrbüchern stehen. Und wir dürfen ihnen eine Bühne bauen, die ihrer Leistung gerecht wird“, sagt Blaschzok. Für ihn ist der
DTB Pokal „eine Mischung aus Festival, Familien-fest und Weltklasse-Sport – einzigartig in Europa“.
Alexander Fleige bringt es schlicht auf den Punkt:
„Wenn die Halle bebt, spürt man, warum man das alles macht.“
Es sind diese Namen, die den DTB Pokal zu einem globalen Ereignis machen. Aber es ist die Atmosphäre, die ihm Seele gibt.
Jugend fördern, Weltklasse feiern
Der DTB Pokal schafft etwas, was im Spitzensport selten gelingt: Er verbindet die großen Namen mit den kleinen Anfängen.
„Wir wollen den Kindern zeigen, warum sich Bewegung lohnt und den Profis zeigen, für wen sie Vorbilder sind“, sagt Blaschzok. Der Schulaktionstag bringt über 5.000 Kinder in die Arena. Sie sehen nicht nur Stars, sie spüren, was Bewegung auslösen kann und haben an verschiedenen Ständen die Möglichkeit etwas zum Thema Bewegung, Ernährung und vielem mehr zu lernen.
Fleige ergänzt: „Viele unserer heutigen Mitglieder des Nationalkaders standen früher selbst als Kinder in solchen Hallen. Dass der Pokal diesen Kreis schließt, ist einer der schönsten Aspekte dieses Events.“
Der Pokal zeigt die Zukunft und ehrt die Besten. In dieser Verbindung liegt seine Stärke.
Eine Partnerschaft, die Werte teilt
Die Bäckerei Maurer begleitet den DTB Pokal seit vielen Jahren. Aus Respekt vor Leistung, Begeisterung für Bewegung und Verantwortung für die Region. Was mit einer Spende von Backwaren für die Volunteers begann, ist in den vergangenen Jahren zu einer echten Partnerschaft gewachsen. In diesem Jahr zierte der DTB Pokal sogar unsere Bäckertüten. Tobias Maurer war dieses Jahr das erste Mal in der Halle dabei und war sehr beeindruckt, welche Leistungen hier erbracht wurden, als es wieder hieß: Weltklasse trifft Stuttgart.
Ein Rückgrat aus Ehrenamt und Engagement
Über 200 Volunteers halten die Veranstaltung am Laufen. Menschen, die Urlaub nehmen, früher aufstehen, später heimgehen, weil dieses Event ihnen etwas bedeutet. Blaschzok: „Ohne die Volunteers gäbe es den DTB Pokal nicht. Punkt. Sie sind das Herz dieses Turniers.“
Viele von ihnen sind seit vielen Jahren dabei, drei haben dieses Jahr sogar zusammen mit dem DTB Pokal ihr 40. Jubiläum gefeiert. Manche haben hier selbst geturnt, andere sind einfach „reingewachsen“. Fleige sagt: „Diese Menschen prägen den Charakter des Turniers stärker als jeder Weltmeister.“
„Ohne die
Volunteers gäbe
es den DTB Pokal
nicht. Punkt.
Sie sind
das Herz
dieses
Turniers.“
Michael Blaschzok
Stuttgart als Herzkammer des Turnens
Der DTB Pokal ist nicht nur ein Sportevent. Er ist ein kulturelles Ereignis. Ein Ort, an dem Weltklasse und schwäbische Haltung zusammenfinden: Leistung mit Herz, Tradition mit Mut, Spitzenförderung mit Verantwortung.
Und vielleicht ist das der wahre Grund, warum diese Halle Jahr für Jahr bebt: Weil hier nicht nur Sieger gekürt, sondern Geschichten geschrieben werden, die bleiben.
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