Pressemitteilung

Diakonie Stetten und Maurer's LANDKORN

Maurer´s LANDKORN: Diakonie Stetten baut ungespritztes Getreide für die Bäckerei Maurer an.

Die Landwirtschaft der Remstal Werkstätten baut in einem Pilotprojekt auf sechs Hektar ungespritztes Landkorn an, dass regional vermarktet wird. Ein Grünstreifen und informative Schilder markieren das Umweltprojekt zwischen Stetten und Rommelshausen. Geliefert wird das Getreide an die Bäckerei Maurer aus Winnenden.

Von links nach rechts:

  • Dieter Ludwig (links) mit Mitarbeitern der Landwirtschaft der Remstal Werkstätten vor seinem Landkorn-Acker
  • Die Initiatoren des Pilotprojektes: (von links) Dieter Ludwig, Leiter der Reittherapie-Landwirtschaft der Remstal Werkstätten, Tobias Maurer, Inhaber der Bäckerei Maurer, Landwirt Harald Kaufmann, Markus Neuffer, zuständiger Mitarbeiter der Landwirtschaft und Landschaftspflege der Remstal Werkstätten und Gerhard Walter, Hohenloher Höfe.
  • Wunderschöne Ackerstreifen kennzeichnen den Anbau von Landkorn. Hummeln und Bienen finden hier viel Lebensraum.

Ein kleiner Spaziergang erfrischt Körper und Geist. Mitunter kann er auch sehr informativ sein. Dank innovativem Getreideanbau wie es gerade die Landwirtschaft der Remstal Werkstätten in einem Pilotprojekt auf sechs Hektar für Landkorn betreibt, können Spaziergänger sich über umweltverträglichen Getreideanbau informieren. Bei der Hangweide zwischen Stetten und Rommelshausen wird derzeit „Landkorn“ angebaut in Kooperation mit der Bäckerei Maurer aus Winnenden. Landkorn, das bedeutet ungespritzter Anbau alter Getreidesorten, das Unkraut wird durch den mehrfachen Einsatz einer so genannten Federzahnhackegge mechanisch ohne chemische Zusatzstoffe bekämpft. Ganz nebenbei werden so Mineralstoffe im Boden neu aktiviert. Eine Fruchtfolge verhindert eine Auszehrung des Humus und durch luftige Aussaat werden Pilzkrankheiten vermieden. Dem Laien würde der Unterschied zum gewöhnlichen, herkömmlichen Getreideanbau kaum auffallen, wären da nicht informative Schilder am Ackerrand und ein zwei Meter breiter blühender Grünstreifen mit Sonnenblumen und wilden Naturkräutern.

Die Idee stammt aus der benachbarten Region Hohenlohe. Gerhard Walter, Geschäftsführer von „Hohenloher Höfe“ regte zusammen mit Landwirt Harald Kaufmann die Kooperation der Landwirtschaft der Remstal Werkstätten und der Bäckerei Maurer an. Eine gute Sache, die Sinn macht: Schließlich soll nach dem Konzept der Erzeugergemeinschaft „Hohenloher Höfe“ das Getreide nach der Ernte im Umkreis von 20 Kilometern verarbeitet und verkauft werden. „Kein Bauer fährt mehr als 15 Kilometer. Das Korn stammt aus dem Umkreis von 20 Kilometer rund um die Backstube“, erzählt Kaufmann und ergänzt, „Umweltschutz bedeutet vor allem keine langen Transportwege.“ Daher ist bei Landkorn Regionalität geboten. Das Konzept hat Dieter Ludwig, Leiter der Reittherapie-Landwirtschaft der Remstal Werkstätten, sofort überzeugt. Die Landwirtschaft der Remstal Werkstätten und damit auch die dort beschäftigten Mitarbeiter mit geistigen Behinderungen bauen schon seit Jahren eigenes Getreide als Futtermittel für die Pferdehaltung an. Landkorn Getreide passt gut dazu. „Wir müssen die Fruchtfolge beachten. Zudem möchte ich mein wertvolles, ungespritztes Korn nicht mit gespritztem Getreide vermischt sehen“, so Ludwig.

Die Erzeugergemeinschaft Hohenloher Höfe bemühen sich um den Aufbau einer umweltverträglichen und vor allem auch nachhaltigen Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit regional ansässigen Mühlen und Bäckereien. Dafür wird konsequent auf Spritzmittel beim Anbau von Getreide verzichtet. Zusätzlich überzeugt der Einsatz von alten Getreidesorten, die zwar keine hohen Erträge bringen, dafür gesünder sind. Dass dabei kein gentechnisch verändertes Saatgut verwendet wird, ist selbsterklärend. Durch den weniger dichten Anbau wird ein gesünderes Kleinklima auf den Äckern erzeugt. Das Anlegen von Ackerrand- und Blütenstreifen ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern kennzeichnet den Anbau sehr charakteristisch. Zusätzlich wird ein Lebensraum aufgebaut, der Nützlingen Nahrung bietet. Bienen, Schwebfliegen, Marienkäfer, Hummeln oder auch Schmetterlinge tummeln sich im Grünstreifen und reduzieren nebenbei die Schädlingen in den Getreidebeständen. Vertragsmühle ist im Rems-Murr-Kreis die Hegnacher Mühle, der Vertrieb erfolgt über die Bäckerei Maurer in Winnenden.

Infos zu den Remstal Werkstätten

Die Remstal Werkstätten als anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen sollen Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden können, geeignete Arbeitsplätze anbieten und Sie in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung begleiten.
Die Remstal Werkstätten sind ein der Diakonie Stetten angegliederter Werkstatt-Verbund mit 8 Werkstätten an 5 Standorten im Rems-Murr-Kreis und 1.500 Mitarbeitern. Sie arbeiten gegenwärtig mit rund 68 Industriebetrieben zusammen. Neben Eigenprodukten wie Kerzen, Web- und Tonwaren sowie einer Gärtnerei, übernehmen die Werkstätten zahlreiche Industrieaufträge im Bereich Montage, Verpackung, Metallbearbeitung, Kabelkonfektionierung, Tampondruck oder Recycling.
Die Remstal Werkstätten sind nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Lagerkapazitäten und Logistik sowie ein eigener Vorrichtungsbau zeichnen die Remstal Werkstätten zudem auch aus. Neben Arbeitsplätzen in den Werkstätten werden Außenarbeitsplätze angeboten. Dort betreuen Job Coaches die behinderten Menschen regelmäßig.

Kontakt:

Manuela Herrmann
Referentin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Remstal Werkstätten der Diakonie Stetten e.V.
Oppenländerstr. 37
71332 Waiblingen
Tel.: 07151/9531-4409

Internet: www.remstal-werkstaetten.de