Pressemitteilung

Gesunder Anbau auf Schmidener Äckern

Schmiden. Regional, umweltverträglich und nachhaltig produzieren: Dieses Konzept gedeiht vor der Haustüre.

Von Brigitte Hess

Einen Teil der Getreidefelder von Wolfgang Bürkle und Harald Kauffmann erkennt man schon von weitem: Ein breiter Streifen bunter Ackerblumen umkränzt die Felder, dort tummeln sich zahlreiche Insekten, Bienen und Hummeln. So könnten alle Felder im Ländle aussehen, findet Gerhard Walter, der Begründer und Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Hohenlohe. Gemeinsam mit den beiden Schmidener Landwirten führte Walter den Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen im Landtag, Winfried Kretschmann, über die Felder zwischen Schmiden und Waiblingen. Abnehmer des dort wachsenden "Landkorns" ist die Bäckerei Maurer, die eine erfolgreiche Produktreihe unter diesem Namen vertreibt. Das Getreide kommt ungespritzt und mineralisch gedüngt zur Weiterverarbeitung in die nahe gelegene Hegnacher Mühle. Zu Brot und Brötchen wird das Vollkorn- und Weißmehl in der Bäckerei-Zentrale in Winnenden. "Wir informieren unsere Kunden ausführlich über unsere Landkorn-Philosophie, bieten Führungen an und bekommen sehr viel positive Rückmeldung", berichtet Geschäftsführer Tobias Maurer, der das Konzept vor über zehn Jahren entwickelte. Der Naturschutzbund und der Deutsche Verband für Landschaftspflege bewerteten es als beispielhaft in den Bereichen Regionalität und Umweltverträglichkeit.
 

Auch die Landwirte sind zufrieden. Obwohl ihr Ertrag hier um rund 30 Prozent niedriger liegt als bei konventionellem Anbau, zahlt sich auch für sie die Produktion des "Landkorns" aus, ihr Erlös liegt wesentlich höher als der übliche Marktpreis. "Meinen Betrieb ganz auf Bio umstellen trau" ich mich noch nicht, ich weiß nicht, ob meine Kunden da mitziehen würden", sagt Harald Kauffmann auf eine entsprechende Frage. Das umweltverträglich produzierte "Landkorn" ist für ihn ein guter Kompromiss.

Einem nachhaltigen Umgang mit der Natur und den Ressourcen Boden, Wasser und Luft hat sich die Erzeugergemeinschaft Hohenlohe schon lange verschrieben, und Gerhard Walter findet zahllose Argumente für eine gesunde und umweltverträgliche Nahrungsmittelproduktion.

Winfried Kretschmann und seine Parteigenossen setzen vor allem auf das Konzept der regionalen Produktion. "Das ist unser Hauptanliegen, das verringert den Verkehr und somit den C02-Ausstoß", sagt Kretschmann, der sichtlich beeindruckt ist von dem, was ihm die Schmidener Landwirte und der Winnender Bäcker auftischen.

Quelle: Fellbacher Zeitung, 25.6.2010